Serielles Wohnungsbaukonzept StroHab+®
einfach - zirkulär - kostengünstig
Die Wohnungswirtschaft steht vor einer dreifachen Herausforderung: zu hohe Baukosten, zu lange Realisierungszeiten und hohe ökologische Belastungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an bezahlbarem, qualitativ hochwertigem Wohnraum kontinuierlich.
Mit dem seriellen Wohnungsbaukonzept StroHab+® wurde ein innovativer, zugleich pragmatischer Lösungsansatz entwickelt, der soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit konsequent miteinander verbindet. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum mit hoher baukultureller Qualität zu schaffen – ressourcenschonend, skalierbar und dauerhaft klimapositiv.
Wie entstand die Idee?
StroHab+® entstand aus der Frage, wie kurzfristig benötigte Unterkünfte so konzipiert werden können, dass sie dauerhaft als qualitätsvoller Wohnraum nutzbar bleiben. Ausgangspunkt war die Entwicklung einer Alternative zu containerbasierten Notunterkünften. Daraus entstand ein flexibles System, das sich mit minimalem Anpassungsaufwand vom Schutzraum in vollwertigen, förderfähigen Wohnraum transformieren lässt. Im nächsten Schritt entwickelten wir das Konzept weiter, um einer breiten Bevölkerungsschicht bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen.
Welchen Konzeptansatz verfolgt das StroHab+® Prinzip?
StroHab+® ist ein serielles Wohnungsbaukonzept in Elementbauweise auf Basis eines Holztragwerks mit einer strohgedämmten Gebäudehülle. Es kombiniert:
serielle Vorfertigung
regionale, nachwachsende Baustoffe
zirkuläre Materialstrategien
einfache, robuste Konstruktionen
wirtschaftliche Bauprozesse
Das Grundkonzept besteht aus mindestens zwei dreigeschossigen Baukörpern, die über offene Erschließungszonen miteinander verbunden sind. Diese Erschließungsbereiche werden zu gemeinschaftlich nutzbaren Kommunikationsräumen mit Terrassen erweitert und fördern soziale Interaktion sowie nachbarschaftliche Strukturen.
Die förderfähigen Wohnungsgrundrisse sind sehr kompakt und flächeneffizient, die Baukonstruktionen sehr einfach und robust. Die Gebäudehülle wird mit Strohballen gedämmt und die Innenwände bestehen aus Strohfaserplatten. Statt einer Bodenplatte aus Beton gibt es Recycling-Schaumglasplatten als lasttragende und dämmende Gründung.
Wir denken an menschlichen Grundbedürfnissen wie Räume für Begegnung, in denen ein Austausch mit anderen Menschen möglich ist, also Kommunikation und soziale Interaktion.
Johannes Fokken, Büroleiter Mannheim
Wie fügt sich StroHab+® städtebaulich ein?
Serielles Bauen bedeutet bei StroHab+® nicht gestalterische Uniformität. Die Module ermöglichen unterschiedliche städtebauliche Konfigurationen, z.B.:
straßenbegleitende Zeilenbebauung
clusterartige Nachbarschaften
blockartige Strukturen
- Nachverdichtungen
- Aufstockungen
So entstehen überschaubare, identitätsstiftende Quartiere statt anonymer Großstrukturen.



Welche Fassaden sind möglich?
Bei der Gestaltung der Fassade setzen wir auf zwei Wege: auf Holz als klassischen, nachwachsenden Baustoff oder auf Materialien, die bereits ein erstes Leben hinter sich haben und wiederverwendet werden können. Plattformen und Baustoffbörsen wie Concular professionalisieren inzwischen die Vermittlung solcher gebrauchten Materialien und bringen sie gezielt zurück auf Neubaustellen.
So wird zirkuläres Bauen im Sinne des cradle-to-cradle-Prinzips ganz praktisch umsetzbar. Zugleich eröffnet die variable Verwendung unterschiedlicher Fassadenmaterialien eine große gestalterische Freiheit: Aus ihr entsteht eine Vielfalt an Ausdrucksformen, die jedem Gebäude eine individuelle Identität verleiht.


Und das Klima?
Durch seine Bauweise ist auch das gesamte Gebäude dauerhaft klimapositiv.
Die Ökobilanz zeigt, dass StroHab+® bereits in der Errichtung (graue Energie) deutlich mehr CO2 bindet als es emittiert. Selbst über den gesamten Lebenszyklus ist StroHab+® klimapositiv.
- speichert mehr CO2 in der Herstellung als es emittiert
- hervorragende Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus
- weitere Verbesserung durch PV-Stromerzeugung
- EH 40 möglich
- Heizwärmebedarf: < 30kWh/(m²·a)