ATHORA München

 

Wohn- und Gewerbegebäude
München

Wettbewerbsart: nicht offener Realisierungswettbewerb nach RPW
Auslober: Athora Deutschland Holding GmbH & Co. KG, Wiesbaden
Wettbewerbsteam: Fischer Architekten, Mannheim, mit: lad+ Landschaftsarchitektur Diekmann, Hannover

Teilnahme (04/2019)

 

Herausfordernd: Revitalisierung und Nachverdichtung eines innerstädtischen Blocks

Der Versicherungskonzern Athora will sein Anwesen – einen historischen, unter Ensembleschutz stehenden, innerstädtischen Block in München-Lehel – baulich entwickeln. Das Grundstück, das heute fast ausschließlich gewerblich genutzt wird, soll künftig einen Mix aus Wohnen und Gewerbe bieten.

Die Aufgabe besteht zum einen darin, die denkmalgeschützten Straßenfassaden zweier Häuser aus den Jahren 1910/11 zu erhalten und die Bestandsbauten neu zu strukturieren. Zum anderen soll das Ensemble durch Neubauten behutsam erweitert werden.

 

Entwurfsprägend: die historische Besonderheit des Orts

Mit dem Neubau eines Wohnhauses an der Thierschstraße 15-17 schließen wir den bestehenden Block am Kopfgebäude. Zugleich strukturieren wir den Hof innerhalb des historischen Mantels neu.

Im Gegensatz zu den repräsentativen Außenseiten der Gebäude besitzt der Innenhof heute den Charakter eines verwinkelten Gewerbehinterhofs. Wie kann sich der Blockinnenraum in einen attraktiven Ort für die künftigen Bewohner wandeln?

Unsere Entwurfsidee: Mit einem skulpturalen Einzelbaukörper gliedern wir das Umfeld in eine Abfolge von Höfen. Der Objektcharakter des Hofhauses wird durch die als metallenen „Schleier” konzipierte Hülle verstärkt. Die Erinnerung an die historischen Spuren des Areals ist dabei prägend für unseren Entwurf. So beschreibt das Hofhaus die Lage und die Fließrichtung der ehemals im Areal verlaufenden Bäche.

Im Blockinnenraum wird ebenso ein Atelierhaus neu entstehen, dessen hofseitige Glasfassade die Umgebung spiegelt. Die „Flussbewegung des Wassers” setzt sich so in das Gebäude fort.

Die Freianlagen des Ensembles unterteilen sich in drei Bereiche: zwei Höfe (Wohn- und Gewerbehof) sowie den grünen Rückraum. Beide Höfe folgen dem formalen Konzept der ursprünglichen Stadtbäche. Durch wechselnde Bänder von Naturstein und Münchner Bachkiesel verweisen wir allegorisch darauf.