Müngersdorfer Stadion

 

Stadion für den 1. FC Köln
Köln

Wettbewerbsart: Internationaler Investorenwettbewerb
Auslober: Stadt Köln

6. Platz (2002)

 

Leitidee: etwas Neues schaffen, gewonnen aus der historischen Struktur

Unser Entwurf für das Müngersdorfer Stadion mit rund 40.000 Sitzplätzen ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir mit dem Ortsgeist arbeiten. So bezieht sich der Entwurf stadträumlich auf die Winkelbauten von Abel aus dem Jahr 1920. Wir greifen die strenge, strukturelle Architektursprache auf, interpretieren sie zeitgemäß und formulieren so das klassische Ideal eines städtischen Stadions.

Unser Konzept sieht einen Dialog vor: von transparenter, extrem leichter Dachhaut und schwerem, solidem Erscheinungsbild des Gebäudekörpers. Das Gebäude hat somit eine edle und geschlossene Anmutung und wird innen scheinbar schwerelos überdeckt.

 

Das Dach: filigrane Konstruktion, öffenbar bei sommerlichen Wetter

Trotz des ausgeprägten urbanen Charakters folgt die Struktur einer optimierten Stadiontypologie. Ablesbare und klare Grundrisse prägen das neue Gebäude. Der Innenraum bietet einen stimmungsvollen „Kessel” für die Fans und wirkt dennoch filigran und leicht. Das Dachtragwerk ist eine stützenfreie, stark reduzierte Konstruktion. Unabhängig voneinander frei hängende Seile bilden ein Netz. Es werden ausschließlich Normalkräfte in das Seilsystem eingeleitet. Soglasten durch Unterwinde werden durch das Eigengewicht der Eindeckung mit Verbundglasscheiben kompensiert.

Eine mobile Faltdachkonstruktion zum temporären Verschließen des gesamten Daches ist vorgerüstet. Ein Fachwerk aus Dreigurt-Fischbauchträgern läuft in einem Schienensystem innerhalb der Seilstruktur. Das Dach kann je nach Witterung ganz oder teilweise geöffnet werden.