BV Siefert

 

Umbau und Erweiterung einer Schreinerei
Neubau eines Wohnhauses mit Atelier
Siedelsbrunn, Odenwald

Bauherr: Schreinerei Siefert
BGF: ca. 1.200 m²
Fertigstellung: 2005

 

Der Ansatz: Alt und Neu sensibel verbinden

Die Schreinerei Siefert ist ein mitten im Ortskern tätiger, holzverarbeitender Betrieb. Grundlage der Baumaßnahmen war der Wunsch der Bauherren nach einer Erweiterung ihres Betriebes in Verbindung mit einem neuen Wohnumfeld in konsequent modernen, lichtdurchfluteten Gebäuden. Gleichzeitig sollten der Bestandsbetrieb und ein vorhandenes Wohnhaus respektiert und integriert werden.

Die ursprüngliche Produktion befindet sich im Erdgeschoss eines bestehenden dreigeschossigen Wohnhauses. Durch Teilabriss und Umbau wurde die Produktionsfläche verdoppelt. Der gesamte Bereich erhielt ein Massivdach mit Begrünung, der überwiegende Teil der neuen Kubatur ist in den Hang eingegraben und wird von oben belichtet. Dadurch konnte die sichtbare Baumasse auf ein angemessenes Maß reduziert werden.

Ein kubisch verschränkter Büroriegel in Holzständerbauweise setzt einen markanten neuen Akzent zur Straßenseite. Durch die Artikulation des Gebäudekopfes wurde der Straßenraum nachverdichtet und die Abwicklung rhythmisiert.

 

Die Anordnung der Gebäude: ein multifunktionaler Hof entsteht

Das Wohnhaus ist in seiner Form einem traditionellen landwirtschaftlichen Betriebsgebäude nicht unähnlich. Die Raumhöhen und -folgen orientieren sich am Geländeverlauf. Ein eingeschossiges Atelier ist mit dem Wohnhaus zu einer Einheit verbunden. Der helle Raum greift als formaler Bügel das kubische Thema des Bürogebäudes wieder auf.

Produktion, Wohnhaus und Atelier umstellen einen neuen Hof. Die verschränkte Geometrie der Baukörper zueinander und deren räumliche Nähe stellen Bezüge sämtlicher Aufenthaltsräume der verschieden Baukörper zueinander her. Durch große, vollständig öffenbare Verglasungen lassen sich diese Bereiche für Feierlichkeiten oder Vermarktungsveranstaltungen miteinander funktional über den Hof verschalten.

 

Materialsprache: Bezug zu den Odenwälder Bautraditionen

Bestand, Produktion, Atelier und neues Wohnhaus bilden ein Ensemble, das sich in Art und Maßstab an traditionellen Odenwälder Hofanlagen orientiert. Eine einheitliche Bekleidung mit Zedernschindeln, die sich über sämtliche Fassaden und das Dach des Wohnhauses erstreckt, bindet die unterschiedlichen Gebäudeteile formal zusammen. Die Holzschindel nimmt dabei erneut den Bezug zu Odenwälder Bautraditionen auf. Große Verglasungen und flächenbündige Kastenfenster sowie die kubischen Formen der neuen Baukörper behaupten dabei jedoch deutlich den aktuellen Zeitbezug. Bestand und neuer Eingriff bleiben eindeutig kenntlich.