WohnArt

Passivhauswohnquartier Bahnstadt Heidelberg

Bauherr: Heidelberger Wohnwerte Projektgesellschaft GmbH
Generalplanung: stockwerk GmbH
Architektur: Fischer Architekten GmbH
Landschaftsarchitektur: LAD+

 

Grundgedanke des Entwurfs für WohnArt war es, ein vielfältiges Quartier zu schaffen, welches individuellen Lebensentwürfen gerecht wird und zum Ausdruck bringt. So kann sich eine heterogene Zielgruppe in vier verschiedenen Wohnformen wiederfinden. Neben dem klassischen Geschosswohnen in einem fünfgeschossigen Baukörper zum Langen Anger wird ein viergeschossiges Loftgebäude mit offenen Grundrissen und hohen Räumen, zwei viergeschossige großzügige Stadtvillen mit Ausblick und neun Reihenwohnungen als Haustypus zur Quartiersmitte angeboten. Es wird ein hohes Maß an Identifikation mit der eigenen Adresse erreicht und zugleich einer monotonen Gleichförmigkeit entgegengewirkt. Die für die Bahnstadt gewünschte vertikale Gliederung der Gebäude wird durch die Vielfalt der Fassaden unterstrichen. Die Gebäude erreichen dadurch angenehme maßstäbliche Proportionen.

Der Rahmen als Leitmotiv taucht wortwörtlich vom kleinen Maßstab Fenster bis zum großen Maßstab Baukörper in den Fassaden auf, um der Architektursprache formal trotz der Vielfältigkeit einen Zusammenhalt zu geben. Unterschiedliche Materialien unterstreichen die Lebendigkeit der Fassaden und erzeugen ein hohes Maß an Wertigkeit.

Der Bezug zum Ort des ehemaligen Bahngeländes findet sich in den Außenanlagen wieder. Die Ausrichtung der ehemaligen Schienenstränge wird in die Bodentextur des Wohnquartiers übertragen: ein schmal gegliederter Bodenbelag im Bahnenverband kennzeichnet die Wegeflächen und verzahnt sich kleinteilig mit den Grünflächen.

Im Bereich zwischen den beiden Wohnquartieren wird ein Gemeinschaftsplatz vorgeschlagen, der sich aus der Oberflächentextur des Durchgangsweges mit flankierenden Seitenräumen formuliert. Die Belagstextur greift seitlich des Wegebandes aus, bindet so die einzelnen Reihenhäuser an und formuliert einen mit schmalkronigen Bäumen bestandenen Wegesaum zur nachbarschaftlichen Nutzung.
Die Freisitze im Eingangsbereich der Häuser sind durch tiefe Pflanzpakete oder kurze Heckenbänder vom kollektiven Platz getrennt.

Für die gemeinschaftlich nutzbare Freifläche im Innenhof wird vor dem Hintergrund der angrenzenden benachbarten Gartenräume das Bild eines Großen Gartens geprägt. Dieser kollektive Gartenraum besteht aus einer Folge von Teilräumen, die mit verschiedenen Belägen befestigt und unterschiedlich ausgestattet reizvolle Aufenthaltsräume im Freien für die Anwohner bieten. Die eher kleinteilige, gärtnerische Gestalt verspricht einen bleibend ruhigen Nutzungscharakter, um Störungen der Nachbarschaft zu minimieren.

Zur Gewährleistung der Privatsphäre in den Erdgeschossgärten werden, als alternative für Heckenstreifen, schmale mit Seilen bespannte Rankwände als Stahlkonstruktion vorgeschlagen, deren räumliche Trennung in Abhängigkeit von der Pflanzung unterschiedlich dicht eingestellt werden kann.