Kanzlei Rittershaus

Neubau eines Bürogebäudes

Harrlachweg
Mannheim – Neuostheim

Bauherr: LEG Baden-Württemberg mbH, Stuttgart
BGF: ca. 5340 m²
Fertigstellung: 2002

Die Kanzlei Rittershaus bildet den zweiten eigenständigen Bauabschnitt des Gebäudeensembles im Eingangsbereich EASTSITE.

Der Entwurf für die Kanzlei Rittershaus ist geprägt durch eine zeitlose Formensprache und ausgewogene Proportionen. Gewollt ist eine reservierte Großzügigkeit und eine kühle Eleganz, die eine Kanzlei repräsentiert.

Besonderheit ist eine schwebende Bibliothek aus Glas und Stahl im inneren des Atriums, die sich aus dem Selbstverständnis der Nutzer ergibt. Das gedruckte Wissen steht im Zentrum der stattfindenden Arbeitsprozesse.

Der Glaskubus der Bibliothek besitzt eine Grundfläche von 9m x 9m und erstreckt sich über drei Geschosse. Die 40t schwere Konstruktion ist mittels 24 Flachstählen (400/20mm) an den Stahlbetonunterzügen des Atriums frei aufgehängt. Der dreigeschossige Körper wird umlaufend durch Treppen und Brücken mit den Galerien vernetzt.

Das Gebäude wird geprägt durch das umlaufend tragende Scheibenraster als Außen und Innenfassade. Diese Tragstruktur macht Stützen im Innenraum überflüssig und bietet somit die Möglichkeit einer flexiblen Raumbildung.

Zur Beheizung und Kühlung wird Grundwasser als Umweltwärme/-kälte genutzt. Die Erdsonden sind außerhalb des Gebäudes angeordnet. Das Gebäude wird mit Kapillarrohren gekühlt, die in den Decken einbetoniert sind. Mit einem speziell entwickelten „Hypokausten-Wandelement“ lässt sich jeder Raum individuell regeln.

Die Einbindung von Umweltwärme sichert die kostenoptimierte und umweltfreundliche Energieerzeugung; in diesem Fall eine nachweisliche Einsparung von 40% des Energieverbrauchs zu Gebäuden mit konventioneller Technik.

Ein Bücherfries von Prof. Andreas v. Weizsäcker, München, umschreibt das Selbstverständnis der Nutzer – das gedruckte Wort als Ausdruck Ihrer Arbeit. Die Kunst steht somit in enger Beziehung zur hängenden Bibliothek, der „Wissensspeicher“ im Inneren des Gebäudes. Sie transportiert den Sinn und die Typologie des Gebäudes in den Außenraum und macht sie lesbar. Das Fries wurde wie die Fassade aus vorgefertigten Betonteilen hergestellt, die in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Kollerschlag aus Wien entwickelt wurden.